01.02.2022
Konfi-Zeit – Vorstellungsgottesdienst 30.Jan.2022

Das Thema des Gottesdienstes ist aus vielen Vorschlägen in einer Abstimmungsrunde durch die Konfirmand_innen ausgewählt worden.

Soll ein Mensch, der nicht arbeitet – z.B. weil er krank ist -  trotzdem Lohn bekommen?

Schon die ersten Diskussionen in der Gruppe drehten sich um die Frage, ob konsequentes soziales Engagement der Gesellschaft nicht ausgenutzt werden würde. Zugleich war klar, dass manche Menschen die Unterstützung aller brauchen.

Aber was ist gerecht?

Die Konfirmand_innen spielten im Gottesdienst das Gleichnises von den Arbeitern im Weinberg (Mt 20, 1-14) vor. Anhand des Gleichnises entfalteten wir Gedanken zur Fragestellung.

Hier ein Auszug aus der Predigt:

Liebe Gemeinde

meine erste Frage an die Konfirmanden nach dem Lesen des Predigttextes von den Arbeitern im Weinberg war:

Wie sähe eine gerechte Entlohnung aus?

Da war sich die ganze Gruppe einig. Die, die den ganzen Tag geschuftet haben, hätten am Ende auch mehr Geld in der Tasche haben müssen als die anderen.

Die Antworten der Konfirmanden haben mich nicht überrascht. Entspricht sie doch dem Wertesystem, das uns tagtäglich umgibt. Schaut man in den Bibeltext liest man, dass dieses Wertesystem nicht nur eines des modernen Kapitalismus ist, sondern offensichtlich schon ziemlich lange zur Menschheit gehört. Der Bibeltext von den Arbeitern im Weinberg ist ja immerhin etwa 2000 Jahre alt.

Der Text von den Arbeitern im Weinberg gibt uns aber dazu eine ganz wichtige Orientierung. Er regt uns an unser Verständnis von Gerechtigkeit zu überprüfen.

Ich fände es toll wenn wir die Anregungen des Bibeltextes aufnehmen könnten und immer wieder mit den Augen der Liebe auf andere Menschen sehen. Wenn es uns gelänge Gerechtigkeit und Menschenliebe zusammenzudenken.

Jesus hat uns vorgelebt wie das gehen könnte und er hat uns versprochen, dass Gott jede und jeden mit solcher Menschenliebe ansieht. Er zählt nicht die Gebete, die wir sprechen, er zählt nicht die Gottesdienste, die wir besuchen, er hat uns einfach lieb, so wie wir sind. Er freut sich über uns – so lesen wir es in der Bibel. Aus solcher Liebe heraus fordert er uns und aus solcher Liebe heraus unterstützt er uns, so wie es jede und jeder braucht.

Und hier ein Auszug aus dem Fürbittgebet der Konfirmand_innen:

Wir bitten Dich für Menschen, die von ihrem Einkommen nicht leben können. Öffne der Gesellschaft die Augen für solche Not.

Wir bitten für Menschen die superreich sind. Lass sie erkennen, dass es für das Zusammenleben der Menschen besser wäre, wenn sie auf einen Teil ihres Reichtums verzichten würden.

Gott, hilf der Menschheit zu erkennen, dass jeder Mensch von Dir geliebt ist und ein Recht hat, auskömmlich von seiner Arbeit zu leben.

Gott, hilf uns, denen zu helfen, die nicht arbeiten können. Lass uns nicht vergessen, dass auch sie von dir geliebte Menschen sind.

Amen

Die folgenden Konfirmand_innen wollen in diesem Jahr zu Pfingsten konfirmiert werden:

Berndt Lilly-Joline / Friemar

Blankenburg Luise / Friemar

Hohmann Emelie / Tröchtelborn

Kästner Clara Dorothea / Ballstädt

Köhler Leni / Molschleben

Martin Samantha / Ballstädt

Mirk Alexander / Friemar

Postel Luan / Friemar

 




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